Guten Morgen: Entscheidungen. *
Θ HAMBURG
– Leitartikel –
Brot und Spiele: Bei Häppchen in der Handelskammer wird die olympiabegeisterte und optimistische Wirtschaft am Sonntagabend ab 18 Uhr die Auszählung des Olympia-Referendums verfolgen. Gleich um die Ecke, im Rathaus, wird Landeswahlleiter Oliver Rudolf sitzen und die Zwischenergebnisse verkünden. Zur Einordnung ist auch das politische Tableau vor Ort. Die Entscheidung, die gegen 21 Uhr erwartet wird, beendet eine lange Debatte in der Stadt. Der Diskurs beachtete fast immer die demokratischen Regeln, wenngleich die Argumente pro und contra mit der Zeit überstrapaziert wirkten. Die Entscheidung ordnet die Hansestadt in Deutschland ein, die drei Mitbewerber München, Berlin und Nordrhein-Westfalen haben sich deutlich für Spiele ausgesprochen. Ein Nein Hamburgs würde die Frage nach einem optimistischen Zukunftsplan der Stadt aufwerfen. Vielleicht werden sich die Hamburgerinnen und Hamburger aber auch im Jahr 2040 auf die Schulter klopfen können, weil sie das damals verhindert haben. Time will tell.
„Das Ergebnis ist kein Sieg oder eine Niederlage.“
So stellt sich Bürgermeister Peter Tschentscher die Lage dar. Weniger als 50,1 Prozent Zustimmung würden allerdings bedeuten, dass die Hamburger und Hamburgerinnen von den Argumenten des Senats mal wieder nicht überzeugt sind.
–Anzeige–
Olympia & Paralympics für Hamburg – Letzte Chance für Eure (Ja-)Stimme
Es ist nicht das Feuer der Spiele, das bleibt. Es sind die Wege zur Sporthalle, barrierefreie Zugänge, moderne Plätze zum Trainieren und Stadtteile, in denen Bewegung selbstverständlich wird. Olympia und die Paralympics würden Hamburg nicht neu erfinden, sondern vieles verbessern, was die Stadt braucht: sanierte Hallen, bessere Mobilität und mehr Raum für Begegnung.
Die Briefwahl ist abgeschlossen – am Sonntag besteht noch die Möglichkeit, direkt im Wahllokal seine Stimme abzugeben und über Hamburgs Zukunft mitzuentscheiden. Eine Stimmabgabe ist in jedem Wahllokal möglich; eine Übersicht aller Standorte gibt es hier.
–Anzeige–
Hamburg, deine Stimme zählt – Geh wählen. Stimm NEIN!“: diesen Sonntag, 31. Mai!
Der Hamburger Senat verspricht Wachstum und Fortschritt durch Olympia. Doch die Universität Oxford zeigt in ihrer Studie „The Oxford Olympics Study“, dass Olympische Sommerspiele im Schnitt doppelt so teuer werden wie geplant. Für Hamburg erwarten unabhängige Forscher mindestens 10 Milliarden Euro – weit mehr als die 6 Milliarden, die der Senat nennt. Dieses Geld fehlt dann bei Schulen, Wohnungsbau und sozialen Projekten. Dazu kommen wochenlanger Verkehrskollaps und steigende Mieten – wie in jeder Olympia-Stadt zuvor. „Sonntag, 31. Mai – deine letzte Chance. Geh wählen. Stimm NEIN!“ Mehr Infos: nolympia-hamburg.de
Resilienz der Luftverteidigung: Vom 8. bis 12. Juni werden am Hamburger Flughafen sechs Tornado-Kampfjets der Luftwaffe stationiert. Im Rahmen der Übung „Dispersed Operations 2026“ soll getestet werden, wie zivile Flughäfen im Ernstfall militärisch genutzt werden können und damit zu Zielen des Feindes werden. Zudem soll die militärische Präsenz die Aufmerksamkeit der Gesellschaft für den Verteidigungsfall erhöhen. Die Maschinen des Luftwaffengeschwaders Immelmann aus Jagel starten und landen dabei zwischen 9 und 18 Uhr. Laut Hamburg Airport soll der zivile Flugbetrieb dabei möglichst wenig beeinträchtigt werden. Der Dachverband der Fluglärmbetroffenen kritisiert die Übung, da Tornados zu den lautesten Flugzeugen Deutschlands zählen.
ndr.de, abendblatt.de, hamburg-airport.de
Ex-GNTM-Model vor Gericht: Der Haftbefehl gegen den fernsehbekannten, mutmaßlichen Mitentführer der Kinder von Christina Block, Jonathan C. wird vorübergehend aufgehoben, damit er in Hamburg im Prozess persönlich aussagen kann. Derzeit ist der 35-Jährige in Israel untergetaucht. Bislang wurde er eher als unwichtig eingeordnet. Seine Aussage dürfte wieder Zuschauer im Prozess anziehen, der am Donnerstag zäh verlief. Der Verteidiger von Christina Block, Ingo Bott, befragte die israelische Zeugin Keren Tennenbaum ausführlich zu E-Mails rund um die Arbeit der Sicherheitsfirma Cyber Cupula im Hotel Grand Elysée. Durch Detailfragen wollte er Widersprüche aufzeigen.
bild.de, mopo.de
–Anzeige–
„Ich bin ein großer Fan davon, Wirtschaft anders zu denken und nicht nur Projekte, sondern echte Social Businesses zu gründen.“ In der aktuellen Folge von „Wie ist die Lage?“ spricht Agnes Fritz, Geschäftsführerin von Viva con Agua Arts, mit Host Lars Meier über die kreative Pause der Millerntor Gallery, neue Formate in Hamburg und die Villa Viva als buntes Zuhause von Viva con Agua. Außerdem erzählt sie, wie Kultur, Gemeinschaft und Wirtschaft zusammenfinden können. Neue Folgen von „Wie ist die Lage?“ gibt es jeden Freitag um 12 Uhr und immer samstags, 11 Uhr, bei ahoy Radio sowie auf allen gängigen Streaming-Plattformen. „Wie ist die Lage?“ – Der wöchentliche Blick auf Hamburg mit Lars Meier und wechselnden Gästen aus Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft.
Doch kein Terrorist: Fahndung nach RAF-Mitglied Ernst-Volker Staub in Altona verlief ergebnislos welt.de
Cold Case: Wegen Mordes vor 43 Jahren wird ein 62-Jähriger Gehörloser zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt ndr.de
Rache im Gefängnis: Überfall auf Beamte in der JVA Hahnöfersand soll Rachegelüsten der Gefangenen gegen Mitgefangenen geschuldet sein abendblatt.de
Wochenend-Wetter: Wechselnd bewölkt, Schauer möglich bei acht bis 27 Grad wetter.net
Θ ZAHL DES TAGES
Gewinn bei Otto steigt auf 641 Millionen Euro nach 276 Millionen Euro im Vorjahr. Die Otto Group hat ihren Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr trotz sinkender Umsätze verdoppelt. Der Umsatzrückgang hängt vor allem mit dem Verkauf der Tochter About You an Zalando zusammen, der 2025 abgeschlossen wurde. Konzernchefin Petra Scharner-Wolff bezeichnete das Jahr dennoch als erfolgreich. Gründe für den Gewinnanstieg seien das Wachstum von otto.de, Einsparungen auch durch den Einsatz von KI sowie gute Ergebnisse des Finanzdienstleisters EOS, der unter anderem Inkasso-Geschäfte betreibt.
welt.de
–Anzeige–
Kurzfristig schönes Einzelbüro mit Weitblick auf den Michel zu vermieten. Die 24 qm eignen sich als Einzelbüro oder für bis zu vier Arbeitsplätze. 970 Euro zzgl. MwSt. Direkt Besichtigungstermin vereinbaren. Mehr Informationen: mediafleet.de Kontakt: empfang@mediafleet.de
Europa – von Wolf Achim Wiegand
EU belohnt Kyjiw: Die EU hat eine weitere Tranche von rund 2,8 Milliarden Euro an die russisch angegriffene Ukraine freigegeben. Die Auszahlung ist die siebte reguläre Zahlung unter besonderen Bedingungen. Sie erfolgt dieses Mal, nachdem die Regierung in Kyjiw mehrere Reformen im Bereich Verwaltung, Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und wirtschaftliche Modernisierung umgesetzt hat. Die Mittel sind Teil eines umfassenden Hilfsprogramms von über 50 Milliarden Euro bis 2027, das sowohl Zuschüsse als auch Kredite umfasst.
consilium.europa.eu
„Europa wird niemals ein neutraler Vermittler zwischen Russland und der Ukraine sein“
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas will zu 100 Prozent Solidarität mit Kyjiw.
welt.de
EU ohne Samthandschuhe: Die Debatte um den sogenannten „China-Schock“ gewinnt in Europa deutlich an Schärfe. Laut Analysen des Handelsblatts rüstet sich die EU zunehmend für einen möglichen Handelskonflikt mit Peking. Grund: Die kommunistische Regierung setzt die EU erheblich unter Druck – in Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie. Mit Subventionen gewinnt China in der EU beständig Marktanteile und gefährdet damit industrielle Strukturen. Beobachter merken an: In Brüssel wächst die Bereitschaft zu einem härteren Kurs mit Zöllen und anderen Schutzinstrumenten.
handelsblatt.com taz.de
Im Netz trieft Hass: Ein großes Elend bei SocialMedia knöpft sich eine Analyse des „Appeals Centre Europe“ vor. Die für jedermann zugängliche EU-Schlichtungsstelle für Streitfälle mit großen Plattformen beschreibt, dass selbst gemeldete Hassrede bei Anbietern wie Facebook, Instagram oder TikTok häufig online bleibt. Die Prüfer sagen, in 85 Prozent der untersuchten Fälle hätten die Dienste die Einträge löschen müssen. Problematisch: Ein großer Teil der Entscheidungen erfolgt automatisiert durch Algorithmen, die Rassismus oder Hetze nicht präzise erkennen.
derstandard.at, appealscentre.eu
Θ STADT & LEBEN
Gelungene Integration: Handwerk und Wirtschaftsbehörde wollen ein Zeichen für gute Integration setzen und stellen Davood Nia Rashid vor. Der junge Iraner zog nach Hamburg, um Zahnarzt zu werden und entscheid sich dann doch für eine Ausbildung als Apparate- und Behälterbau-Geselle. Die machte er bei der Firma Kliewe in Hamburg so gut, dass er als bester Auszubildender seines Fachs bundesweit ausgezeichnet wurde und nun seinen Meister machen will. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard lobte: „Die Geschichte hinter dieser Auszeichnung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in guter Ausbildung und passgenauer Förderung steckt – vom Azubi zur Hamburger Spitzen-Fachkraft. Genau solche Erfolgsgeschichten braucht unsere Stadt.“
abendblatt.de, sat1regional.de
–Anzeige–
Lesung und Gespräch zu den NSU-Morden und den Medien: Am Freitag 29. Mai sprechen die Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger und die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız im Altonaer Museum um 19 Uhr über rechten Terror, mediale Verantwortung und die Perspektiven der Opfer. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ statt. Moderation: Laura Hertreiter, Leiterin des Feuilletons der ZEIT. Ein Abend über Recht und Unrecht, mediale Verantwortung und die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft auf rechten Terror reagiert. Vorab findet um 18 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt. Eintritt frei.
shmh.de
Restaurant-Tipp – Kunst des guten Geschmacks: Bar-Ambiente mit moderner mediterraner Küche, das gibt es wahrscheinlich nur in Hamburg und zwar in die Tagesbar nahe St. Nikolai. Zwischen imposanter Kunst, hoher Decke und stilvoller Cocktailbar entstehen nebenbei auch tolle, kreative Gerichte wie Pulpo, Blumenkohl mit Ras-el-Hanout oder Austern mit Kiwi-Salsa. Dazu kommen aufwendig inszenierte Drinks und eine lebhafte Stimmung, die den Besuch eher zu einem Gesamterlebnis als zum klassischen Restaurantabend macht.
genussguide-hamburg.com
Literatur + Jazz-Harfe: Die Hauptkirche St. Michaelis lädt heute um 18 Uhr zu einem Vortragsabend der Autorin und Honorarkonsulin Lettlands, Dr. Sabine Sommerkamp, in den Bach-Saal (Gemeindehaus) ein. Im Zentrum steht ihr neues dem Michel gewidmetes Buch „Lichtgedanken – Gedichte“ (Vorwort: Bischöfin Kisten Fehrs, Steinmann Verlag 2025). Es behandelt Themen wie Licht, Wahrnehmung und innere Orientierung. Musikalisch begleitet wird die Lesung von der Jazz-Harfenistin Milena Hoge, die klassische und moderne Klangwelten verbindet. Eintritt frei. Mehr Informationen und Leseproben: sommerkamp-lichtgedanken.de
Θ FOFFTEIN
Heute ist das japanische Feuerwerk auf der Alster zum Fest der Kirschblüte. Kommen Sie gut durch den Freitag und wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende. Am Montag lesen wir uns wieder.
Wenn Ihnen das Hamburger Tagesjournal am 29. Mai gefallen hat, empfehlen Sie uns gerne weiter; einfach diese Mail an Kollegen und Freunde schicken und auf tagesjournal.de anmelden.
Werben Sie für Ihr Unternehmen oder Ihre Veranstaltung im Hamburger Tagesjournal. Schreiben Sie uns, wir beraten Sie gerne. hamburg@tagesjournal.de