Guten Morgen: Gendern. * Gerechtigkeit. * Gebeutelt. *
Θ HAMBURG
Gendergegner freuen sich trotzdem: Das Landesarbeitsgericht hat entschieden, dass Behörden ihre Beschäftigten grundsätzlich anweisen dürfen, geschlechtersensibel zu schreiben. Im konkreten Fall einer Chemikerin im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie war die Kündigung wegen verweigerten Genderns jedoch unwirksam. Grund war ein formeller Fehler: Die Frau hätte die betreffende Strahlenschutzanweisung gar nicht verfassen müssen. Ob korrekt gegendert wurde, war daher unerheblich. Die Mitarbeiterin darf weiterarbeiten. Das Gericht fällte kein Grundsatzurteil, ließ aber die Möglichkeit einer Beschwerde offen. Das BSH hält an gendergerechter Sprache in offiziellen Dokumenten fest.
ndr.de, welt.de, abendblatt.de, taz.de
„Man kann sich auch vergendern.“
Die 43-Jährige sehe das Gendern aufgrund ihrer christlichen Überzeugung kritisch, da Sprache dadurch komplizierter und nicht mehr für alle verständlich werde, erklärte ihre Anwältin.
lto.de
Eugen Block mit neuen Vorwürfen: Der Gastronom kritisiert die Entscheidung des Landgerichts Hamburg, das Verfahren gegen seine Nichte und deren Ehemann nicht von dem gegen Christina Block abzutrennen. Er wirft der Justiz „Schikane” vor. In dem seit Sommer 2025 laufenden Verfahren geht es um eine mutmaßliche Rückholaktion zweier Kinder von Christina Block. Die Nichte und ihr Mann sind wegen Beihilfe angeklagt, da sie die Kinder kurzzeitig in einem Fahrzeug transportierten, in dem – wie vom ADAC empfohlen – die Kindersicherung aktiviert war. Derweil wird das Verfahren gegen seine Tochter und weitere Angeklagte am Freitag mit der Vernehmung des Zeugen David Barkay fortgesetzt.
welt.de, mopo.de
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„Wegmarken Jüdischer Geschichte“: Die über 400 Jahre alte jüdische Geschichte Hamburgs ist von kultureller, sprachlicher und religiöser Vielfalt geprägt. Dies wird im Stadtbild beispielsweise durch den sefardisch-aschkenasischen Friedhof in Altona oder die Ruine des ersten Reformtempels sichtbar. Unterschiedliche Gesetzgebungen in Hamburg und Altona beeinflussten die Lebenswelten der Juden, ihren Kampf um Bürgerrechte und ihr Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft. Seit 130 Jahren befassen sich Akteur:innen mit Sammlungen und Ausstellungen zur jüdischen Geschichte. Die Debatte um ein Jüdisches Museum bildet den Anlass für einen Projektraum im Altonaer Museum, der zentrale Wegmarken von Geschichte und Gegenwart aufzeigt.
shmh.de
Neuer Polizeisprecher: Sebastian Born übernimmt die Leitung der Pressestelle der Hamburger Polizei und wird damit ihr öffentliches Gesicht. Der 44-jährige Polizeidirektor leitete zuvor die Davidwache, war Vize am Innenstadtkommissariat und zuletzt Chef der Einsatzabteilung der Schutzpolizei. Born, Sohn des früheren Top-Einsatzleiters Peter Born, machte seit 2002 eine geradlinige Polizeikarriere. Polizeipräsident Falk Schnabel setzt großes Vertrauen in den Hobby-Schiedsrichter. Als Polizeisprecher steht Born künftig bei Krisen und schweren Vorfällen im Fokus. Die Position gilt als anspruchsvoll, aber auch als möglicher Karrieresprung. Ralf Martin Meyer schaffte es bis zum Polizeipräsidenten.
abendblatt.de, mopo.de
Gebeutelte Kiezkicker: Der schnelle Stürmer Ricky-Jade Jones fällt bis zum Saisonende aus. Er hat sich im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen eine schwere Bandverletzung zugezogen. Auch die Abwehrspieler Hauke Wahl und Eric Smith stehen dem Tabellenvorletzten am Sonnabend um 15.30 Uhr im Millerntor-Stadion gegen den favorisierten VfB Stuttgart nicht zur Verfügung. Zur gleichen Zeit tritt der HSV beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim an, der nach dem starken Spiel gegen Bayern München als Favorit gilt. Der HSV hat die Transferphase gut genutzt und verfügt nun über mehr Auswahl im Sturm. So könnte der Neuzugang Philip Otele die Rolle von Jean-Luc Dompé auf der linken Seite übernehmen.
ndr.de (FCSP), welt.de (HSV)
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startupport.de
Streik im öffentlichen Dienst: ver.di-Bundesvorsitzender Frank Werneke und der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Andreas Dressel finden noch nicht zueinander ndr.de
Arbeitsplätze gefährdet: Reederei Maersk will trotz gutem Ergebnis Stellen in der Verwaltung auch in Hamburg abbauen abendblatt.de
Kritik an ungarischer Justiz: SPD-Bundestagsabgeordneter Falko Droßmann kritisiert Urteil gegen Antifaschistin Maja T. mopo.de
Blick in das Haus der Erde: Ab Sommer soll endlich der schwierige und teuere Bau der Wissenschaft dienen ndr.de
Wargame: Planspiel in Hamburg zeigt Schwächen der Infrastruktur mopo.de
Wochenend-Wetter: Bewölkt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Sonnabend könnte Schnee fallen wetter.net
Θ ZAHL DES TAGES
31 Prozent länger standen Autofahrerinnen und Autofahrer in Hamburg im vergangenen Jahr im Stau. Laut ADAC summierten sich die Staustunden auf 17.500 und die Kilometer des Stillstands auf 24.000. Pro Autobahnkilometer gab es 236 Staustunden – mehr als in Berlin. Hauptursachen sind Großbaustellen wie die Erweiterung der A7 und die marode Norderelbbrücke. Besonders schlimm ist der Berufsverkehr um 6 Uhr morgens. Am meisten Stau gab es dienstags bis donnerstags, am wenigsten sonnabends.
ndr.de, mopo.de
Europa – von Wolf Achim Wiegand
K(r)ampf ums Klima: Die USA und Andere wollen die EU massiv von ihren ehrgeizigen Plänen zur Dekarbonisierung der Weltschifffahrt abbringen. Laut Medien soll die EU ihre Reduzierung von Treibhaus-Abgasen abschwächen. Dazu Kritiker: Die EU würde ihre Klimaziele verfehlen, denn Reeder hätten dann kaum Anreize, Technologien wie grünen Wasserstoff oder Ammoniak anzuwenden. Hintergrund: Für die EU gelten seit 1. Januar strenge Treibstoff-Regeln für Schiffe mit über 5.000 BRT – so sollen bis 2050 Schadstoffe zu 80 Prozent relativ zu 2020 gesenkt werden. Der Streit belastet geplante EU-Sanktionen gegen Russland: Ein neues Paket liegt auf Eis, weil die Trump-Regierung ohne Klima-Zugeständnis nicht beim Verbot russischer Seeverkehrsdienste mitmachen möchte.
euractiv.com, consilium.europa.eu (Hintergrund)
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Europas neues Powerpaar: Merz & Meloni / Schluss mit Schutzmacht-Romantik: Europa ohne die USA / Masern-Welle in Europa: Werden wir alle krank? — Das alles und noch viel mehr bei european.expert — Und auch hier: instagram.com
Scheichs führen EU vor: Während Bundeskanzler Friedrich Merz durch die Golfregion tourt, stocken die seit April 2025 laufenden Handelsgespräche der Europäischen Union und den Vereinigten Arabischen Emirate. Das verlautet inoffiziell, nachdem die Vorbereitung eines strategischen Partnerschaftsabkommens zunächst schwungvoll verlaufen war. Der Grund: Differenzen über zentrale Themen, heißt es. So wolle das Ölscheichtum keine Sanktionen gegen seinen bedeutenden Partner Russland mitmachen. Zudem herrsche Uneinigkeit über Standards für Klima, Nachhaltigkeit und Arbeit. Beobachter: „Das kann dauern.“
epc.ae
Digitaler Jugendschutz: Spanien wird als erstes EU-Land per Gesetz eine Sperre für SocialMedia-Zugänge für unter 16-Jährige einführen. Das ist jedenfalls der Plan von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Der linke Sozialdemokrat folgt damit dem Vorbild Australiens, das bereits im Dezember Altersverifikationssysteme für Plattformen wie Instagram, TikTok, X oder Snapchat vorschreibt. Sánchez will zudem SocialMedia-Manager und Führungskräfte strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, wenn sie „illegalen oder hasserfüllten Content“ stehenlassen. In Frankreich, Großbritannien und Dänemark laufen ähnliche Debatten.
telepolis.de, amoncloa.gob.es
Θ STADT & LEBEN
Streit um Hirsche: Gegen die geplante Schließung des Damwildgatters im Hirschpark regt sich zunehmend Widerstand. Das Bezirksamt Altona begründet die Entscheidung nach 160 Jahren mit Tierschutz, doch Kritiker zweifeln die Argumente an. Bürgervereine aus Nienstedten und Blankenese sowie die „Freunde des Hirschparks” fordern in einer Petition und mit Eingaben, dass die Tiere in artgerechter Haltung verbleiben. FDP und Linke kritisieren das Vorgehen und die Informationspolitik scharf, auch die CDU ist gegen die Umsiedlung der Tiere. Die Grünen hingegen unterstützen das Aus aus Tierschutzgründen. Auch die SPD befürwortet die Umsiedlung. Das Bezirksamt hält die Schließung für alternativlos.
abendblatt.de
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„Der erste Gang morgens ist der Kaffee für meine Frau – seit über 40 Jahren.“, verrät Rolf Zuckowski in der neuen Folge von „Wie ist die Lage?“. Der Musiker spricht über sein bevorstehendes Konzert „Musik im Dunkeln“, darüber, wie sich Hören und Musizieren ohne Sehen verändern – und was ihn an diesem besonderen Bühnenexperiment reizt. Außerdem erzählt er von seinem Alltag am Süllberg, nachbarschaftlicher Hilfe beim Schneeräumen, seiner Leidenschaft für Meteorologie sowie davon, warum er die Hamburger Olympia-Bewerbung aus Sicht der jungen Generation wohlwollend unterstützt. Neue Folgen von „Wie ist die Lage?“ gibt es jeden Freitag um 12 Uhr und immer samstags, 11 Uhr, bei ahoy Radio sowie auf allen gängigen Streaming-Plattformen. „Wie ist die Lage?“ – Der wöchentliche Blick auf Hamburg mit Lars Meier und wechselnden Gästen aus Politik, Kultur, Sport und Wirtschaft.
Restaurant-Tipp – Gut Evening: Küchenchef Julian Berroth holt den Umland-Testsieg aufs Gut Bardenhagen. Das Anwesen aus dem 15. Jahrhundert liegt wunderbar im Wald in der Lüneburger Heide. Das Lokal ist gemütlich eingerichtet, die ungewöhnlichen Kompositionen sind auf den Punkt zubereitet und von hervorragender Qualität.
genussguide-hamburg.com
„Die Unverzichtbaren – Arbeiten an der Basis“: Die Filmreportage widmet sich den Arbeits- und Lebensumständen eines Paketzustellers, einer Reinigungskraft und einer Pflegehelferin. Sie alle leisten sogenannte Basisarbeit – für unsere Gesellschaft unverzichtbar, aber immer noch viel zu wenig anerkannt. Die Filmvorführung startet um 18 Uhr im Alabama Kino. Im Anschluss wird mit Olaf Könemann (Paketzusteller & ver.di Gewerkschafter), Tanja Chawla (Vorsitzende DGB Hamburg) und Jan Koltze (Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft) über Basisarbeit, Anerkennung, angemessene Löhne und gute Arbeitsbedingungen diskutiert. Teilnahme kostenfrei nach Anmeldung: fes.de
Θ FOFFTEIN
Abschied von Martin Willich: Dem ehemaligen Bürgerschaftspräsidenten, Studio Hamburg-Chef und Verfassungsrichter wird am Freitag um 13.30 Uhr im Michel mit einer Trauerfeier gedacht. Zudem werden an diesem Tag alle öffentlichen Gebäude und Bauwerke, die staatlichen Flaggenmasten und die staatlichen Wasserfahrzeuge der Stadt halbmast beflaggt. Willich war am 12. Januar 2026 im Alter von 80 Jahren verstorben.
Heute ist der internationale Tag gegen Genitalverstümmelung. Kommen Sie gut durch den Freitag und wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende. Am Montag lesen wir uns wieder.
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Peter Schmitz
- Edit
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Was für ein Wahnsinn: Eine Behörde will eine Mitarbeiterin zwingen, falsches Deutsch zu schreiben. Und die Deklination funktioniert schon mal gar nicht.
Das Gendersternchen ist der Abendstern des untergehenden Abstraktionsvermögens einer Sprachgemeinschaft, die nicht mehr zu unterscheiden vermag zwischen grammatischem und natürlichem Genus. Wem das generische Maskulin zu macho-mäßig ist, kann gerne das generische Feminin einführen. Es mag noch gerechter sein, die generischen Genera z. B. alle fünf Jahre im behördlichen Gebrauch zwischen feminin und maskulin zu wechseln. Das hielte geistig fit, und die Deklination klappte auch :-).