Sorge um die Infrastruktur, Sorge vor sexualisierter Gewalt, Sorgen wegen KI, Akademiker sollen länger arbeiten

Guten Morgen: Herausforderungen. *

Θ HAMBURG

– Leitartikel –
Sorge um die Infrastruktur: Laut einer NDR-Umfrage stehen 50 Prozent der Hamburger der Olympia-Bewerbung kritisch gegenüber. Sollte die Bewerbung bereits am Referendum am 31. Mai scheitern, hätte der Senat ein Problem, denn ohne die Spiele sieht es kritisch für die Finanzierung der Hamburger Infrastruktur aus. Der Bund würde die Gelder vermehrt an den Sieger der Bewerbung verteilen, warnen die Senatoren. Dabei gibt es in Hamburg viel zu bauen und zu sanieren. Am Donnerstag soll verkündet werden, dass auf der Köhlbrandbrücke keine schweren LKWs über 44 Tonnen mehr fahren dürfen. Eine weitere Einschränkung für die Lebensader im Hafen, die noch 15 Jahre überstehen muss. Bei der Bahn fand am Mittwochabend zwischen Altona und Dammtor der wöchentliche Oberleitungsabgang statt. Diesmal war der Fernverkehr betroffen, während der Nahverkehr auf der Verbindungsbahn schon länger ruht.
ndr.de, abendblatt.de (Befragung), abendblatt.de (Brücke), ndr.de (Bahn)

Sorge vor sexualisierter Gewalt: Für Donnerstagabend werden 7.500 Menschen auf dem Rathausmarkt erwartet, die einen besseren Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt fordern wollen. Anlass ist der Fall von Collien Fernandes, die ihre Erfahrungen öffentlich gemacht hat. Sie wollte selbst zur Demonstration kommen, bleibt nach Erhalt von Morddrohungen aber fern. „Es soll laut für die Sache werden”, ruft sie den Teilnehmern zu. Auch in der Bürgerschaft war das Thema am Mittwoch präsent. Die Grünen betonten, dass diese Gewalt reale Folgen habe und Schutzlücken geschlossen werden müssten. Ein zentrales Problem sind KI-generierte Deepfakes, die sich schnell verbreiten. Justizsenatorin Anna Gallina fordert noch in diesem Jahr konkrete Maßnahmen, darunter strengere Gesetze, elektronische Fußfesseln und Präventivhaft für Intensivtäter, um Betroffene besser zu schützen und Täter stärker zur Verantwortung zu ziehen.
abendblatt.de, zdfheute.de

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Sorge wegen KI: Hamburgs Datenschutzbeauftragter Thomas Fuchs hat den Datenschutzbericht 2025 vorgestellt. Mit über 4.200 Eingaben stiegen die Beschwerden um mehr als 60 Prozent – ein Trend, der sich auch 2026 fortsetzt. Eine Ursache hierfür ist die Künstliche Intelligenz. KI verschlechtert häufig den Kundenservice von Anbietern und schafft neue Datenschutzprobleme, etwa durch Chatbots und erschwerte Auskunftsrechte. Als Instrument erleichtert KI jedoch auch Beschwerden. Besonders soziale Netzwerke stehen weiter in der Kritik. Problematisch sind beispielsweise die Datennutzung von Meta und dessen KI-Brille. Fuchs zeigt sich zwar weitgehend zufrieden über die Kooperation mit den Hamburger Behörden, die Regelanfrage für Einstellungen beim Landesamt für Verfassungsschutz überzeugt ihn jedoch noch nicht.
welt.de, ndr.de, datenschutz-hamburg.de

Die digitale Transformation ist immer stärker KI-getrieben. Aber was wir beobachten, ist nicht nur Fortschritt.
Thomas Fuchs, Hamburgischer Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit sieht viel Arbeit auf sich zukommen und will dabei am föderalen System des Datenschutzes festhalten.

Verkaufen mit KI: Um im Wettbewerb zu bestehen, setzt der Onlinehändler Otto stark auf künstliche Intelligenz. Ein neuer KI-Agent mit Sprachsteuerung ermöglicht persönliche Beratungsgespräche zu Kaufentscheidungen und soll das Online-Shopping auf ein neues Niveau heben. Laut dem neuen Chef Boris Ewenstein stellt dies einen Paradigmenwechsel Handel dar. Gleichzeitig treibt Otto einen harten Sparkurs voran: Mehr als jeder zehnte Job in Hamburg entfällt, insgesamt rund 460 Stellen. Das Unternehmen will mit KI Kosten senken und effizienter werden, um gegen den Wettbewerb mit Amazon und Temu zu bestehen.
abendblatt.de, welt.de, mopo.de

Sorge um Energie: Die CDU-nahe Initiative „Hamburg vor zur Welt“ hat sich das neue Klimagesetz des Zukunftsentscheids genau angesehen. Ein Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Hebel für Hamburger Maßnahmen sehr kurz sind, aber man werde schon eine gewisse Wirkung merken, resümiert Jurist Ralf Hüting. Vertreter der Wirtschaft aus den Bereichen Hafen, Produktion und Finanzwirtschaft, die auf dem Podium in der Bucerius Law School saßen, zeigten sich nicht erfreut über das Vorziehen des Klimaziels um fünf Jahre. Als zentrale Herausforderung für eine zukunftsfähige Wirtschaft und Klimapolitik wird die noch ungeklärte Verfügbarkeit von Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen für die Industrie und zu sozialverträglichen Kosten für die Haushalte angesehen. Einen Hauch von Zuversicht verbreitete der Ökonom Henning Vöpel. Er kann sich vorstellen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt durch die Erreichung der Klimaziele gestärkt werden kann. Dafür bräuchte es aber einen politischen Plan, den er in Hamburg nicht sieht – und schon gar nicht bei der Klimapolitik des Bundes.
Adlerauge, abendblatt.de

Wetter heute: Bewölkt mit Schauern bei zwei bis sieben Grad wetter.net

Θ ZAHL DES TAGES

5.139 Euro pro Quadratmeter kostet ein Bestandshaus in Hamburg durchschnittlich. In Harvestehude gehen die Preise aber auch gern über 15.000 Euro. Ein Bestandshaus kostet in Hamburg durchschnittlich 5.139 Euro pro Quadratmeter. In Harvestehude werden jedoch auch gerne Preise über 15.000 Euro erzielt. In einigen Lagen, wie beispielsweise Hohenfelde oder Bergstedt, sind die Preise hingegen gesunken. Laut LBS-Studie bleiben die Preise insgesamt bis 2025 stabil bis leicht steigend. Eigentumswohnungen verteuerten sich im Durchschnitt um 4 Prozent auf 6.278 Euro, im Umland sogar um 6,7 Prozent. Die Preisspanne ist groß: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kostet in Marmstorf ca. 245.000 Euro und in der HafenCity knapp eine Million Euro. Mit 44 Prozent stiegen die Preise in der Schanze besonders stark. Insgesamt wird es für Normalverdiener zunehmend schwierig, Wohneigentum zu erwerben.
mopo.de, abendblatt.de

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Θ DEUTSCHLAND & DIE ZUKUNFT

Akademiker sollen länger arbeiten: Das ist eine der Reformmaßnahmen, mit denen SPD-Chef Lars Klingbeil die Zukunftsfähigkeit des Landes sichern will. So soll auch das Ehegatten-Splitting abgeschafft werden, um Frauen einen Anreiz zum Arbeiten zu geben. Ob seniore Akademiker und Frauen, die lieber zu Hause bleiben oder für Care-Arbeit müssen, in der KI-Zukunft noch Arbeit finden und Sozialversicherungsbeiträge zahlen oder schon ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, ist allerdings unklar. Die Menschen seien jedenfalls bereit, nun Opfer zu bringen. Es sind schwere Entscheidungen, die Klingbeil mit guter Kommunikation vermitteln will. Die SPD kämpft offensichtlich ums Überleben. In Hamburg zuckt es noch. Eine Sonntagsfrage ergab 30 Prozent für die Genossen, was national vergleichsweise gut ist, aber eben auch einen langjährigen Abwärtstrend zeigt. Arbeiter und auch Akademiker verstehen die Ausrichtung der Sozialdemokraten immer weniger. Grüne und CDU liegen mit mehr Markenschärfe bei jeweils schon 20 Prozent. Links und rechts liegen bei zehn Prozent.
tagesschau.de, ndr.de

Europa – von Wolf Achim Wiegand

Dänemark ohne klare Führung: Unser Nachbarland im Norden steht nach der Wahl vom Dienstag vor politisch unruhigen Zeiten. Die Mitte-Koalition in Kopenhagen ist abgewählt, doch klare Mehrheiten gibt es nicht. Regierungschefin Mette Frederiksen bleibt mit knapp unter 22 Prozent mit den Sozialdemokraten stärkste Kraft – fährt aber das schlechteste Ergebnis seit 120 Jahren ein. Weder der „rote Block“ noch das „blaue Lager“ der Bürgerlichen kann allein regieren – es gibt zwölf Parteien im Folketing. Zünglein an der Waage sind die bislang mitregierenden, aber auch abgestraften Rechtsliberalen um Lars Løkke Rasmussen. Da die extremen Rechten ihre Mandatszahl verdreifacht haben, dürfte Dänemarks harte Migrationspolitik bleiben. Beobachter rechnen aber mit ungewöhnlichen Bündnissen.
wikipedia.org (Wahlergebnis) zdf.de taz.de

Alltäglicher Antisemitismus: Der Hass auf Juden nimmt in Europa spürbar zu. Jüdische Menschen haben im Alltag sichtbare Probleme wie Beleidigungen, Bedrohungen, und  Gewalt. Mehr als die Hälfte der Europäer hält Antisemitismus für ein ernstes Problem. In mehreren Städten Europas kam es in letzter Zeit zu Angriffen auf Synagogen, jüdische Schulen und Einrichtungen – nun prüfen mehrere Behörden Verbindungen zur Führung des Iran. Am Mittwoch hat das Kammergericht Berlin vier Aktive der islamistischen Hamas-Terroristen zu bis zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sie hätten europaweit Anschläge auf Israelis und Juden geplant, sagte die Richterin.
euronews.com, express.de, wiwo.de

Wie lange müssen wir noch so leben?
Das fragt sich die Frankfurter Autorin und Speakerin Laura Cazés.
juedische-allgemeine.de

EU-Hightech für den Krieg: Mit einem ambitionierten „Superpanzer“-Projekt rüstet sich Europa mit Unterstützung des Europäischen Verteidigungsfonds für Kriege der Zukunft. Das Elf-Länder-Projekt „MARTE“ plant ein System, das hochvernetzt, digitalisiert und technologisch gegenüber bisherigen Kampfpanzern deutlich überlegen sein soll. Es ist eine Art „fünfte Generation“ der Landkriegsführung. Ziel ist es, militärisch unabhängiger von den USA zu werden und gleichzeitig Europas Rolle im globalen Rüstungswettlauf zu stärken. Einer der Koordinatoren ist der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall.
focus.de

Θ STADT & LEBEN

Kurzer Olaf, langer Streit: In der Bürgerschaft wurde erneut über den Elbtower gestritten. CDU-Chef Dennis Thering wirft dem rot-grünen Senat vor, das Projekt auf Kosten der Steuerzahler retten zu wollen – etwa für ein Naturkundemuseum –, obwohl es bessere Standorte gebe. Er sieht ein großes finanzielles Risiko, fordert mehr Transparenz und schließt die Beantragung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses nicht aus. SPD-Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein widerspricht: Der Stadt sei kein Schaden entstanden, da das Grundstück bereits für 122 Millionen Euro verkauft wurde. Das Ziel bleibe die Fertigstellung, die 2018 auch mit CDU-Stimmen beschlossen wurde. Zudem sei die Entscheidung über einen Ankauf für das Museum noch gar nicht gefallen.
ndr.de, welt.de

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Am Sonntag ist Saisonstart des Deutschen Hafenmuseums Rund um den denkmalgeschützten Schuppens 50A startet das Deutsche Hafenmuseums (im Aufbau) mit dem Viermaster Peking in die Saison 2026. Am Eröffnungstag erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Mehr Informationen: shmh.de.

Restaurant-Tipp – Chinesisch in Altona: Modern, stilvoll, ambitioniert: Das Half The Sky in Altona verbindet chinesische Klassiker mit zeitgemäßen Interpretationen. Dim Sum, Pekingente und kreative Desserts zeigen handwerkliche Qualität. Das elegante Ambiente macht das Restaurant zur Adresse für besondere Anlässe.
genussguide-hamburg.com

„Erinnern für die Zukunft“. Erinnerungskultur sagt viel über unsere Gesellschaft aus: Sie zeigt, wie wir unsere Vergangenheit wahrnehmen, interpretieren und was wir weitergeben wollen. Mit dem Generationenwechsel und einer zunehmend diversen Gesellschaft verändert sich jedoch auch die Art des Erinnerns – eine Debatte über die Gedenkkultur ist daher fällig. Ein Gespräch mit Verena Westermann, Behörde für Kultur und Medien um 12.30 Uhr über mögliche und notwendige neue Ansätze.
fes.de

The Jeremy Days waren Ende der Achtziger Jahre eine der wenigen deutschen Bands, die es in einer Zeit auf MTV schafften, als das noch den großen internationalen Acts vorbehalten war. Ihre melodiöse Mischung aus britischem Pop und amerikanischem Art-Rock brachte sie in den zehn Jahren ihres Bestehens sowohl auf die Poster der Pop-Rocky als auch ins Feuilleton der FAZ. Sie landeten mehrere Hits und schufen mit „Brand New Toy“ sogar eine Art Evergreen. Doch nach dieser intensiven Zeit konnte sich die Band nicht mehr sehen, riechen, ständig um sich haben – und trennte sich, um 2019 wieder zusammenzukommen. Um 20 Uhr in der Fabrik.
szene-hamburg.com

Θ FOFFTEIN

Totenglocke wird aufgehängt: Die 399 Jahre alte Gloria-Glocke von St. Katharinen war wegen eines Risses jahrelang außer Betrieb und wurde 2024 zur Sanierung ausgebaut. Dank Spenden konnte sie restauriert werden. Nun ist das 6,5 Tonnen schwere Geläut rechtzeitig zu Ostern zurück und erklingt am Karfreitag solo. Die Glocke überstand als einzige der Innenstadt den Großen Brand von 1842.
abendblatt.de

Heute ist der Erfinde-Deinen-eigenen-Feiertag-Tag. Wir wünschen Ihnen einen schönen Donnerstag.

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