Korvetten-Einsatz sabotiert, Kronzeuge war schlecht beraten, Kiezkicker verlieren, Kultur unter Kontrolle

Guten Morgen: Schnee. *

Θ HAMBURG

Festnahmen nach Sabotage: Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg hat Haftbefehle gegen einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen vollstreckt. Die beiden Männer stehen unter dem Verdacht, versuchte Sabotagehandlungen bei Blohm+Voss an der Korvette „Köln“ begangen zu haben. Die Festnahmen erfolgten in Hamburg und Griechenland. Die Männer sollen die Sabotage im Jahr 2025 unter anderem durch das Einbringen von Strahlkies in den Motorblock sowie durch Manipulationen an Technik und Leitungen durchgeführt haben. Größere Schäden konnten verhindert werden. Die Behörden untersuchen auch weitere mutmaßliche Sabotageaktionen der Männer. So wurden beispielsweise vor einem Jahr Metallspäne in den Antrieb der Korvette „Emden“ gekippt. Es wird auch gegen die Auftraggeber der Aktionen ermittelt.
welt.de, ndr.de, mopo.de, welt.de

– Meinung –
Noch eine überraschende Einordnung: Die Umstände der Tat am U-Bahnhof Wandsbek sind fürchterlich. Aber wenn nach SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher nun auch CDU-Landeschef Dennis Thering der Meinung ist, der Fall wäre nicht passiert, wenn der Mann früher zurückgeführt worden wäre, wagen sich beide weit vor. Es hätte bedeutet, einen jungen Mann mit einem gültigen und sogar besonderen Aufenthaltstitel ohne Vorstrafen in ein Krisengebiet abzuschieben. Solche Vorschläge haben sonst andere Absender.
stern.de (Thering), taz.de, mopo.de (Einordnung)

Es ist die berechtigte Anforderung an Politik und Parlament, das Entsetzen zu übersetzen in Erkenntnis und Konsequenzen und zu klären, ob es einen Weg gegeben hätte, diese Tat zu vermeiden.
Der Satz ist länger als „Abschieben“, aber man kann das Thema auch wie Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit angehen.

Für die in Frage kommenden Flüchtlinge führt UNHCR ein aufwändiges Auswahlverfahren durch. Im Anschluss werden die Flüchtlinge durch die Behörden des Aufnahmestaates befragt und es wird eine Sicherheitsüberprüfung durchgeführt.
Wenn man es ordentlich gemacht hätte, hätte man im Vorfeld feststellen können, wer kommt, und es hätte abgelehnt werden können. Ein Kind, das im Alter von zwölf Jahren allein aus dem Südsudan flüchtet, wird Traumata haben. Dann muss man sich aber auch kümmern und darf solche Menschen nicht perspektivlos durch Hamburger Unterkünfte rotieren lassen. Das rechtfertigt natürlich nicht diese Tat. Das Programm der UN ist hierzulande ausgesetzt. Das ist auch gut so.
welt.de, unhcr.org, dw.com

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Datenschutzsprechstunde heute  um 12 Uhr zum Transparenzbericht mit Thomas Fuchs
Transparenz und Informationsfreiheit sind politische Themen, in Hamburg und bundesweit. In einer digitalen Datenschutzsprechstunde stellen der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Thomas Fuchs und Dr. Christoph Schnabel den aktuellen Transparenzbericht vor, geben einen Einblick in interessante Fälle und Gerichtsurteile und einen Überblick über die Entwicklung der Informationsfreiheit in Deutschland. Die Datenschutzsprechstunde findet heute von 12-13 Uhr statt. Es ist keine Anmeldung erforderlich. Den Zugangslink finden Sie auf datenschutz-hamburg.de.

Kronzeuge war schlecht beraten: Im Block-Prozesses erklärte Kronzeuge David Barkay überraschend, warum er sich bei der Hamburger Staatsanwaltschaft gemeldet hat. In Israel habe er von Aussagen Christina Blocks erfahren, wonach er eigenständig oder im Auftrag der Großmutter gehandelt habe. Daraufhin sei er nach Deutschland gereist, um seine Version darzulegen. Laut Barkay wurde seine Firma zunächst für 250.000 Euro engagiert, um Informationen über die Block-Kinder in Dänemark zu sammeln. Später sei der Auftrag eskaliert und habe zur Entführung geführt. Verteidiger Ingo Bott beantragte erneut die Einstellung des Block-Verfahrens wegen vorzeitiger Medienberichterstattung. Dies verhindere eine faire Wahrheitsfindung im Prozess. Die Befragung wird am Freitag fortgesetzt.
mopo.de, welt.de, abendblatt.de

Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe, und ich weiß, wenn Fehler gemacht werden, ist das der Preis, den ich zahlen muss.
Kronzeuge David Barkay nimmt das Schicksal an.
welt.de

„Alles wie immer“: So kann die 0:3-Niederlage des FC St. Pauli im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen eingeordnet werden. Die Kiezkicker fingen wieder einmal gut an, stellten sich beim Toreschießen aber einmal mehr kläglich an. Und irgendwann fällt das erste Tor des Gegners. Ein Erfolgserlebnis hätte der abstiegsgefährdeten Mannschaft gutgetan. Der Druck für das Spiel am Sonnabend im heimischen Stadion gegen den formstarken VfB Stuttgart wird nicht kleiner. Beim HSV wird am Samstag gegen den 1. FC Heidenheim weiterhin auf Sünden-Profi Jean-Luc Dompé verzichtet. Der Franzose zeigt sich jedoch reumütig. Er spendet mindestens 100.000 Euro und engagiert sich sozial. Dann steht die Tür für ihn beim HSV wieder offen. Dies wird jedoch Fragen nach dem Moralverständnis im Verein aufwerfen.
ndr.de (FCSP), abendblatt.de (HSV)

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Die Open Hotel Days laden die Hamburger:innen zum Entdecken ein
Vom 6. bis 8. Februar 2026 laden die Open Hotel Days die Hamburger:innen dazu ein, zahlreiche Hotels in ihrer Stadt aus einer anderen Perspektive zu entdecken: mit Blicken hinter die Kulissen, kleinen Events, kulinarischen Momenten und echten Begegnungen. Mit dabei sind renommierte Hotels wie das The Fontenay, The Westin Elbphilharmonie, das Hotel Atlantic oder das PIERDREI Hotel in der HafenCity. Der überwiegende Teil der Programminhalte ist kostenlos. 46 Hotels laden zu rund 300 Programmpunkten ein und zeigen damit: Ein Hotel kann mehr sein als ein Übernachtungsort für Gäste – es ist ein Ort für Begegnung, Genuss und Neugierde.
openhoteldays.hamburg

Wieder durch den Suez-Kanal: Auch Hapag Lloyd wagt sich zurück auf die Route welt.de
IG Metall Küste zufrieden: Militärischer Schiffbau sorgt für Beschäftigung ndr.de
Kalt auf dem Bau: U5-Baustelle geht dennoch voran und neue Planungen für Teilabschnitte abendblatt.de
„WTF – What the Fear“: Clubkombinat hat Ideen für niederschwellige Sicherheit auf dem Kiez mopo.de

Wetter heute: Morgens Schneefall bei minus sechs bis minus drei Grad wetter.net

Θ ZAHL DES TAGES

Elf Jahre Haft lautet das Urteil des Hamburger Landgerichts für den 26-jährigen Täter nach der tödlichen Messerattacke im Juni vergangenen Jahres im Harburger Phoenix-Center. Der drogenabhängige und psychisch auffällige Angeklagte verdächtigte das Opfer, eine Beziehung mit seiner Frau gehabt zu haben. Trotz eines Kontaktverbots eskalierte die Situation: Der Täter stach elfmal zu, das Opfer starb. Das Gericht sah Eifersucht und ein übersteigertes Ehrgefühl als Motiv an.
ndr.de, welt.de

Europa – von Wolf Achim Wiegand

Epsteins langer Arm: Die vor seinem Tod jahrelang dokumentierten Tätigkeiten des millionenschweren US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sorgen auch in Europa für enorme Turbulenzen. So ist der Ex-Außenminister der Slowakei, Miroslav Lajčák, als Regierungsberater suspendiert worden. In Norwegen steht Kronprinzessin Mette-Marit wegen ihrer Epstein-Kontakte unter Beschuss. Und nun hat UK-Premier Keir Starmer die Polizei eingeschaltet – der langjährige Labour-Politiker Peter Mandelson soll als Minister streng Vertrauliches an Epstein verraten haben – der einstige Botschafter könnte sogar aus dem House of Lords entfernt werden. Auch Royals wie Ex-Prince Andrew und seine Fergie sind betroffen.
tagesspiegel.de, independent.co.uk, tagesschau.de

Mächtig Muckies gegen Musk: Dass Frankreichs mithilfe von Europol offen gegen Elon Musk vorgeht, hat in EU-Kreisen wie eine Bombe eingeschlagen. Parallel zu einer Razzia in Pariser Büros der Plattform X wurden der US-Techunternehmer und Ex-X-Chefin Linda Yaccarino zu einer „freiwilligen Anhörung“ geladen. Vorwurf: Manipulierte Inhalte, KI-generierte Kinderpornografie und mehr. Erst kürzlich hatte die EU 120 Millionen Euro Geldstrafe gegen X ausgesprochen. Die Reaktionen zur Razzia fallen gegensätzlich aus: Der liberale Abgeordnete, Macron-Vertraute und Anzeigeerstatter Éric Bothorel zeigt sich „zufrieden“, während Telegram-Gründer Pavel Durov von einem weltweit einzigartigen Vorgehen gegen soziale Netzwerke spricht.
europol.europa.eu, golem.de

Machtkampf in Tschechien: Zwischen dem neuen rechtspopulistischen Regierungschef in Prag, Andrej Babiš, und dem linken Staatspräsidenten Petr Pavel knirscht es gewaltig. Das Staatsoberhaupt weigert sich, einen Kandidaten der „Autopartei“ als Umweltminister zu ernennen. Zehntausende Menschen haben in der Hauptstadt für Pavel demonstriert – eine Reaktion auf Berichte, das Babiš-Bündnis habe dem ersten Mann im Staate mit Konsequenzen gedroht. Viele Demonstranten haben die Sorge, die Rechtsregierung könnte Tschechiens Demokratie schaden.
zdfheute.de, euronews.com tagesschau.de

Θ STADT & LEBEN

„Kultur unter Kontrolle“: So lautet der Titel der Ausstellung, die ab dem 5. Februar in der Rathausdiele zu sehen sein wird. Sie basiert auf den Ergebnissen eines Forschungsprojekts zur Hamburger Kulturlandschaft im Nationalsozialismus. Bis 1933 war die Hamburger Kulturlandschaft vielfältig, wurde jedoch früh gleichgeschaltet und strikt an die NS-Ideologie angepasst. Museen, Theater und Oper waren eng mit Politik und Verwaltung verflochten. Juden und politische Gegner wurden ausgegrenzt, verfolgt und ermordet. Zudem war die Kulturbehörde am NS-Kulturgutraub beteiligt. Die Ausstellung zeigt auch die Schicksale dieser Zeit. Kultursenator Carsten Brosda warnte davor, dass Staat, Parteien oder Institutionen die Freiheit der Kunst einschränken und kulturelle Werke gezielt zur Förderung von regionaler Identität und Heimatgefühl einsetzen wollen.
welt.de, ndr.de, abendblatt.de

Die Kultur war das Kampffeld. Hier fand ein wichtiger Teil der politisch-ideologischen Auseinandersetzung statt
Kultursenator Carten Brosda zur politischen Bedeutung der Kultur damals und heute.
abendblatt.de

Terminhinweis
Die Kunst- und Musik-Soirée am 19. Februar ist ein intimer Abend, der Live-Klaviermusik und zeitgenössische abstrakte Kunst in einen sensiblen Dialog bringt. Im Zentrum steht das fragmentarisch eingebettete Klavierspiel von Leon Gurvitch, dessen emotionaler und virtuoser Stil den Raum atmosphärisch erfüllt. Ergänzt wird die Musik durch die kraftvollen, farbintensiven abstrakten Werke von Elena Lincke, die zur persönlichen Interpretation einladen. Die Gäste bewegen sich frei im Raum, erleben Kunst und Musik aus wechselnden Perspektiven und genießen eine ruhige, lebendige Atmosphäre, in der sich Klang, Bild und Begegnung gegenseitig bereichern.
eventbrite.de

Restaurant-Tipp – Kulinarische Begegnung zweier Welten: Im BomBom trifft portugiesisch-deutsches Fine Dining auf ein entspanntes Sharing-Konzept. Intensiver Geschmack, hochwertige Produkte und klare Kompositionen werden hier von Piri-Piri-Gastronomin Ana Gomes und Zeik-Sous-Chef Joachim Schult vereint.
genussguide-hamburg.com

Scham: Der 28-jährige Aaron trifft nach jahrelanger Funkstille erstmals wieder auf seine Mutter Susanne. Er will ihre von ungelösten Konflikten belastete Beziehung aufarbeiten und bricht sein Schweigen mit schweren Vorwürfen: Susanne habe ihn als Kind nicht geschützt. Die Gespräche sollen gefilmt werden, Susanne stimmt zu und geht selbst in die Offensive. Trotz gegensätzlicher Positionen und harter Anschuldigungen kämpfen beide bis an ihre Grenzen um gegenseitiges Verständnis. Um 19.30 Uhr sind Regisseur Lukas Röder sowie die preisgekrönten HauptdarstellerInnen Heike Hanold-Lynch und Til Schindler im Abaton zu Gast.
abaton.de

Θ FOFFTEIN

„Eislaufen darf kein Luxus sein“: In dieser Saison erhalten 5.000 Kinder freien Eintritt in die EisArena Hamburg in den Großen Wallanlagen. Mit der Aktion reagiert die Eisbahn auf die wachsenden finanziellen Herausforderungen vieler Familien.
ndr.de

Heute ist der Weltkrebstag. Wir wünschen Ihnen eine schöne Wochenmitte.

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