Debattenraum eröffnet, Gespaltene Stadt, Post Olympia, 300 Jahre Handwerk, Organisierte Kirchenflucht

Guten Morgen: Stadt sortiert sich. *

Θ HAMBURG

Senat nicht/doch beschädigt: Bürgermeister Peter Tschentscher sieht die Arbeit des rot-grünen Senats durch das Nein der Bürger zu Olympia nicht beeinträchtigt. Das Referendum sei kein Misstrauensvotum gegen die Regierung. Das sieht die Opposition anders. CDU, Linke und die AfD sehen den Senat nach der neuerlichen Niederlage bei einer Volksabstimmung angeschlagen. Tschentscher führt die Ablehnung unter anderem auf Sorgen vor steigenden Mieten und eine generelle Skepsis gegenüber Großprojekten zurück. Das war bekannt, aber man sei das Risiko bewusst eingegangen, sagte die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank. Das deutliche Ergebnis sagt jetzt, dass der Senat statt von internationalem Olympia zu träumen, sich besser um die lokalen Probleme der Hamburger hätte kümmern sollen.
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Und am Ende ist Hamburg eben längst nicht mehr das Tor zur Welt, als das es sich gern sieht.
Hamburg sortiert sich neu, meinen auch die Kollegen mit Meinung.
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Gespaltene Stadt: Das Referendumsergebnis zeigt deutliche Unterschiede je nach Einkommen, Wohnlage und Alter. So fand die Bewerbung in Stadtteilen mit hoher Kaufkraft mehrheitlich Zustimmung, während die Unterstützung in einkommensschwächeren Vierteln deutlich niedriger ausfiel. Auch in dicht besiedelten Quartieren standen die Menschen Olympia besonders kritisch gegenüber. Ältere, eher kritische Wähler beteiligten sich stärker als jüngere, olympia-affinere Menschen. Viele Bürger sahen zudem keinen persönlichen wirtschaftlichen Nutzen in einer Olympiabewerbung. Stattdessen überwogen Sorgen über hohe Kosten, zusätzliche Baustellen und mögliche Einschränkungen der Lebensqualität. Die Argumente des Senats für vermeintlich kostengünstige Spiele und Bundesmittel für die Infrastruktur konnten viele Unentschlossene offenbar nicht überzeugen.
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Das muss uns zu denken geben.
Bürgermeister Peter Tschentscher will mehr an Menschen mit geringem Einkommen denken, aber man würde schon Vieles für die Quartiere tun.
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Co-Founder Meet&Match@HHIS 2026: Die „Wall of Ideas“ von Co-Founder Meet&Match@HHIS 2026 bringt Gründungsinteressierte, Ideen und potenzielle Mitgründer beim Hamburg Innovation Summit am 18. Juni zusammen. Wer bereits eine Geschäftsidee hat und Mitgründer sucht, kann ein Poster einreichen, das auf der Wall of Ideas präsentiert wird. Interessierte, die gründen möchten, aber noch nach einer passenden Idee oder einem Team suchen, können die ausgestellten Projekte kennenlernen und direkt Kontakt zu den Initiatoren aufnehmen. Ziel ist es, Menschen mit komplementären Fähigkeiten und Interessen unkompliziert zu vernetzen und neue Gründungsteams zu fördern.
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Post Olympia: Nach der Niederlage will Rot-Grün am Mittwoch in der Bürgerschaft darlegen, wie die Zukunft der Stadt gestaltet werden soll. Einige Ideen gibt es schon. So fordert die Linke beispielsweise mehr Geld für den Breitensport. Der Senat will am Bau eines neuen Stadions festhalten, wenngleich die Finanzierung ohne Olympia schwieriger wird. Der VCD Nord fordert eine schnelle Stadtbahn für den Hamburger Westen statt der S6, deren Finanzierung nun fraglich ist. Die Stadtbahn könnte gut an den neuen Bahnhof Diebsteich angebunden werden. Die Naturschutzorganisation BUND fordert den Senat auf, „gezielt in die Herausforderungen zu investieren, vor denen Hamburg tatsächlich steht”. Dazu zählen bezahlbares Wohnen ohne weitere Versiegelung von Grünflächen, die konsequente Umsetzung des verschärften Klimaschutzgesetzes und der Erhalt der verbliebenen Freiräume in der wachsenden Stadt.
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Terminhinweis
UKE Hörsaaleinweihung zur Erinnerung an Frau Dr. Emma Schindler: Seit längerer Zeit bemüht sich das UKE um die Entwicklung einer Erinnerungskultur. In diesem Zusammenhang werden einzelne Hörsäle nach Persönlichkeiten benannt, die einen besonderen Bezug zum Universitätsklinikum Eppendorf hatten. Am 4. Juni um 16 Uhr wird der Hörsaal der Augenklinik feierlich nach der Hamburger Augenärztin Frau Dr. Emma Schindler benannt. Emma Schindler war in den 1920er Jahren lange Zeit die einzige Augenärztin in der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie forschte am UKE und praktizierte in Harvestehude. 1942 wurde sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert und wurde 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Die Medizinische Fakultät lädt herzlich zu der Veranstaltung ein. Diese findet statt in der UKE Augenklinik, Gebäude West 40, Martinistr. 52.
uke.de

Messerattacke in Altona: Verletzter Mann vor Rewe-Filiale aufgefunden abendblatt.de
Digitaler sexueller Missbrauch: 23-Jähriger soll Kinder online missbraucht haben ndr.de
Blankenese statt Waitzstraße: Senior fährt im Mercedes Seniorin an und verletzt sie schwer mopo.de

Wetter heute: Wechselnd bewölkt mit Schauern bei 15 bis 24 Grad wetter.net

Θ ZAHL DES TAGES

300-jähriges Bestehen hat die Dach- und Haustechnikfirma D. H. W. Schultz und Sohn GmbH aus Stellingen gefeiert und bezeichnet sich als ältesten Handwerksbetrieb der Stadt. Ein Dokument aus dem Staatsarchiv belegt laut dem Unternehmen, dass der Gründer Matthias Mettelkamp bereits 1724 als Bleidecker tätig war und 1726 nach Erhalt der Hamburger Bürgerrechte sein Unternehmen gründete. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Geschäftsfelder wie Blitzschutz, Haustechnik und Brandschutz hinzu. Besonders hervorhebt das Unternehmen den Bau des ersten Blitzableiters auf der Hamburger St.-Jakobi-Kirche. Heute beschäftigt die Firma rund 50 Mitarbeitende sowie vier Auszubildende und gibt an, keinen Personalmangel zu haben.
abendblatt.de

Werben im Hamburger Tagesjournal
Hier könnte Ihre Botschaft an die Stadtgesellschaft stehen Für eine einmalige Textanzeige berechnen wir 240 Euro. Veranstaltungsanzeigen kosten 195 Euro. „Mit 43.000 Abonnentinnen und Abonnenten und einer Öffnungsrate von 40 % liefert die Publikation messbar bessere Engagement-Werte als jedes klassische Nachrichtenmedium in der Stadt — die digitalen Riesen eingeschlossen. Die KI Agentin der führenden Digitalagentur Serviceplan empfiehlt höhere Preise. Vorerst bleiben Rabatte bei Mehrfachschaltungen verhandelbar. Mehr Infos

Europa – von Wolf Achim Wiegand

Machtkampf in Budapest: Mit harten Banden ist in Ungarn die Ära nach dem abgewählten nationalistischen Regierungschef Viktor Orbán gestartet. Dessen Nachfolger Peter Magyar (Christdemokraten) ringt nun darum, auch den bisherigen Staatspräsidenten Tamás Sulyok loszuwerden. Dazu hat seine Regierung im Parlament ein Verfahren zur Absetzung beantragt. Das folgt nach Ablauf eines Rücktrittsultimatums. Begründung: Der 70-jährige Orbán-Zögling handle nicht unabhängig genug und sei für das höchste Staatsamt ungeeignet. Nach ungarischem Verfassungsrecht ist eine Absetzung allerdings sehr schwierig.
derstandard.at

– Mit Meinung (waw) –
Einflusslos, selbstgerecht, zersplittert: Was Europa sich derzeit im Nahen Osten leistet, ist zum Davonlaufen. Während Hisbollah-Terroristen aus Libanon täglich Israel mit Raketen und Kamikazedrohnen beschießen, Zivilisten töten und sich in Wohngegenden verschanzen, beschimpft Brüssel die Regierung in Jerusalem wegen ihres Vorgehens gegen diese. Macron fordert via UN den Waffenstillstand – ohne Rezept gegen die dann mögliche Neugruppierung der Mordmilizen. Tschechien hingegen will jede Sanktion gegen Israel mit Veto belegen und lädt Israelis zum Urlaub bei sich ein. Und Wadephul? Hat nur Kraft für „Anlass zu großer Sorge“. Interessiert das Israel? Nein. Interessiert das die Hisbollah? Nein. Die EU: volle Münder, alle zahnlos.
youtube.com

Deutschland unter Strom: Nur in einem europäischen Land zahlen die Verbraucher mehr für Strom als in Deutschland – das ist Irland. Laut aktuellen EU-Daten liegen die deutschen Durchschnittskosten pro Haushalt inkl. Steuern und Abgaben bei rund 39 Cent pro Kilowattstunde. Der EU-Wert: Etwa 29 Cent, also rund ein Drittel unter dem, was wir berappen müssen. Experten sehen Einsparpotenzial vor allem durch Smart Meter, Batteriespeicher, digitale Steuerungssysteme und einen flexibleren Umgang mit Stromangebot und -nachfrage. Besonders günstig ist Strom in Ungarn, auf Malta und in Bulgarien.
t-online.de, reddit.com

Θ STADT & LEBEN

Organisierte Kirchenflucht: Der Michel plant am 20. Juni eine groß angelegte Evakuierungsübung und sucht dafür rund 1.500 Freiwillige. Ziel ist es, die Abläufe für mögliche Notfälle wie einen Brand realitätsnah zu testen und die Zusammenarbeit von Mitarbeitenden und Rettungskräften zu trainieren. Besonders erwünscht sind Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, etwa Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer, um die Barrierefreiheit der Evakuierungsmaßnahmen zu überprüfen. Die etwa 75-minütige Übung beginnt mit einem Orgelkonzert von Magne H. Draagen. Anschließend erhalten die Teilnehmenden einen Snack und ein Getränk. Für die Übung werden auch Turm und Krypta einbezogen, die währenddessen zeitweise geschlossen bleiben.
mopo.de

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World Press Photo 2026: Die World Press Photo Foundation zeichnet seit 1955 jährlich die besten internationalen Pressefotografien aus. Der renommierte Wettbewerb zeigt eindrucksvolle Bilder zu politischen Konflikten, Kriegen, der Klimakrise und dem Alltag verschiedener Gesellschaften weltweit. Die prämierten Arbeiten werden anschließend in einer internationalen Wanderausstellung präsentiert, die in über 100 Städten in fast 50 Ländern zu sehen ist. In Hamburg ist die Ausstellung im Altonaer Museum zu sehen. Am Donnerstag sogar im Afterwork-Modus.
shmh.de

Spot on: Hamburg Startups – Aus dem gefeierten Startup traceless wird ein internationales Industrieunternehmen. Dementsprechend gut war die Stimmung bei der Eröffnungsfeier für die neue Produktionsanlage, in der im großen Stil eine pflanzenbasierte Alternative zu Plastik hergestellt wird. Der Deutsche Startup-Verband hat zum siebten Mal herausragende Persönlichkeiten der deutschen Startup-Szene mit den German Startup Awards ausgezeichnet. Einer der Preise geht auch nach Hamburg: In der Kategorie Impact Entrepreneurin des Jahres holte Pia Wülfing mit PINK! gegen Brustkrebs. Das Biotech-Startup Infinite Roots hat Bosque Foods aus Berlin übernommen. Durch die Fusion erweitert Infinite Roots seine Expertise auf dem Gebiet der für den Herstellungsprozess wesentlichen Fermentation.
traceless, pia-wuelfing, infinite-roots

Restaurant-Tipp – Riesige Pizzen, die weit über den Tellerrand hinausragen, sind das Markenzeichen der L’Osteria Opernplaza nahe dem Jungfernstieg. Das Restaurant setzt auf klassische italienische Küche, große Portionen und lautes Stimmengewirr mitten in der Innenstadt. Bruschetta, Salate und Pizza überzeugen geschmacklich! Der Service ist beim Besuch unserer Tester stellenweise etwas unkoordiniert. Trotzdem bleibt die L’Osteria eine zwanglose Adresse für easy talienisches Essen nach dem Shoppingtrip.
genussguide-hamburg.com

Sinne schärfen beim 42. Kurzfilm Festival Hamburg das unter dem Motto „Listening“ steht. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Debatten und vielfältiger Krisen rückt das Festival ab Dienstag den Austausch von Perspektiven und Geschichten in den Mittelpunkt. Mehr als 300 Kurzfilme beschäftigen sich mit aktuellen Themen. Neben Filmvorführungen umfasst das Programm Gespräche mit Filmschaffenden, Panels, eine Ausstellung des Künstlers David OReilly sowie weitere Veranstaltungen im Festivalzentrum und an verschiedenen Spielorten.
szene-hamburg.com, festival.shortfilm.com

Θ FOFFTEIN

Heute ist der Ich-liebe-meinen-Zahnarzt-Tag. Wir wünschen Ihnen einen schönen Dienstag.

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