Senat mit Salzlüge, Beschwerlicher Klimapfad, Mehr Respekt für Opfer, Weiter Winter

Guten Morgen: Klima. * Kälte. * Keeper. *

Θ HAMBURG

Salz soll helfen: Aufgrund der außergewöhnlichen Winterwetterlage hebt die Verkehrsbehörde das Tausalzverbot in Hamburg bis zum 21. Januar auf. Es werden weitere starke Schneefälle erwartet und die anhaltende Glätte könnten mit rein mechanischen Mitteln nicht ausreichend bekämpft werden. Die Stadtreinigung sieht sich für die personalintensive Räumung der Straßen bislang gut aufgestellt. Allerdings wird der Druck auf die Anwohner, die für die Räumung der Gehwege zuständig sind, erhöht. Hier sollen Wegewarte die Lage prüfen und das Gespräch suchen, wenn der Pflicht nicht nachgekommen wird. Bei wiederholter Tatenlosigkeit können Bußgelder verhängt werden.
ndr.de, mopo.de, abendblatt.de

– Kommentar –

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In der Landespressekonferenz wurde um 14.35 Uhr von Welt-Journalistin und Hausmeistertochter Julia Witte die Frage gestellt, ob es nicht sinnvoll sei, den Einsatz von Salz zur Eisbeseitigung für private Haushalte zu erlauben. Umweltsenatorin Katharina Fegebank äußerte sich nach der Senatssitzung ausweichend: Einerseits seien die Bäume zu schützen, andererseits solle sich aber auch niemand die Knochen brechen. Um 18.21 Uhr kam die Mitteilung der Verkehrsbehörde, dass der Einsatz von Salz gestattet wird. Dazu wurde ein Video von Verkehrssenator Anjes Tjarks veröffentlicht, das offensichtlich schon am Nachmittag aufgezeichnet worden war. Es wirkt so, als sei hier die Selbstdarstellung eines Senators wichtiger gewesen als die explizit nachgefragte zeitnahe Senatsinformation an bußgeldbedrohte Hamburger, die die Zeit vielleicht gerne genutzt hätten, um noch Tausalz für ein solidarisches und sicheres Hamburg zu kaufen.
hamburg.de (ca 2:03), facebook.anjes.tjarks

Gute Maßnahme, die wir heute vor der Senatssitzung vereinbart haben.
Finanzsenator Andreas Dressel stellt klar, dass Umweltsenatorin Katharina Fegebank in der Landespressekonferenz nicht die Wahrheit gesagt hat.
facebook.andreas.dressel

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Beschwerlicher Klimapfad: Hamburg will seine CO₂-Emissionen bis 2030 um 70 Prozent gegenüber 1990 senken. Laut einem Zwischenbericht wurden bis Ende 2023 bereits 42,9 Prozent erreicht. Bürgermeister Peter Tschentscher sieht die Stadt deswegen auf Kurs, nennt das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 aber ambitioniert. Fortschritte gab es bei Fernwärme, Gebäuden, dem Strommix und vor allem in der Industrie, die allerdings auch weniger produziert. Sorgen bereitet der Verkehrssektor mit nur 38 Prozent Einsparung. Hier benötigt es bessere bundespolitische Rahmenbedingungen. Opposition und Umweltverbände kritisieren hingegen die Senatspolitik, die so nicht zielführend sei.
welt.de, ndr.de, abendblatt.de, mopo.de

Mehr Respekt für Opfer: Am Landgericht verhandeln seit Jahresbeginn sieben Große Strafkammern mit spezialisierten Richterinnen und Richtern schwere Sexualstraftaten. Ziel sind mehr Opferschutz, sensiblere Verhandlungen und effizientere Verfahren. Insgesamt sind 22 Richterinnen und Richter geschult worden, die ihre Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Zeuginnen und Zeugen einbringen. Justizsenatorin Anna Gallina sieht darin ein Signal des Vertrauens an Opfer. Landgerichtspräsidentin Birte Meyerhoff betont die wachsenden Anforderungen im Sexualstrafrecht. Hintergrund ist auch ein deutlicher Anstieg angezeigter Sexualdelikte in Hamburg.
welt.de, ndr.de

HSV sortiert sich: Nachdem der israelische Torhüter Daniel Peretz einen schnellen Abgang gemacht hat, ist der talentierte 20-jährige Hannes Hermann nun die Nummer Zwei im Team, das bis zum Spiel beim SC Freiburg am Sonnabend keinen neuen Torwart mit Erfahrung wird präsentieren können. Trainer Merlin Polzin vertraut dem U20-Nationalspieler. Auch im Sturm gibt es Neuigkeiten. Damion Downs soll als Leihspieler die Offensive stärken. Derweil werden Namen durchgesteckt, die Sportvorstand Stefan Kuntz ersetzen könnten. Hier soll auch Oliver Bierhoff unter den Kandidaten sein.
mopo.de (Hermann), sportbild.bild.de (Downs), .t-online.de (Bierhoff)

Wetter heute: Bewölkt bei minus vier bis minus zwei Grad wetter.net

Θ ZAHL DES TAGES

87.000 Autos wurden 2024 in Hamburg neu zugelassen. Damit gehen die Neuzulassungen von Pkw seit Jahren zurück; vor sechs Jahren waren es noch 100.000. Auch der Gesamtbestand sinkt das dritte Jahr in Folge auf 811.000 Fahrzeuge – entgegen dem Bundestrend. Der Anteil reiner E-Autos steigt auf 4,5 Prozent. Verkehrssenator Anjes Tjarks sieht darin ein Signal für die abnehmende Bedeutung des Individualverkehrs, warnt jedoch, dass es für eine echte Mobilitätswende noch zu früh sei.
ndr.de

Europa – von Wolf Achim Wiegand

Griff nach Grönland: Werden sich die USA schon bald gewaltsam die dänische Großinsel Grönland einverleiben? Die Einschätzung dieser Frage geht in Europa weit auseinander. Einige Experten halten eine Annexion noch vor den US-Zwischenwahlen für denkbar. Andere Fachleute bewerten einen solchen Gewaltakt generell als undenkbar. Unterdessen sprechen NATO-Partner und die dänische Regierung von „enormen Konsequenzen“, sollte der amerikanische Bündnispartner ein anderes Mitglied angreifen. Sieben große europäische Staaten, darunter Friedrich Merz für Deutschland, haben das Ansinnen von US-Präsident Donald Trump Stellung in einer Erklärung scharf zurückgewiesen. Damit schwelt jetzt ein offener Konflikt mit ungewissem Ausgang zwischen Europa und den USA.
x.OJoelsen (Statement von Grönland)

Grönland gehört seinem Volk.
Europa warnt USA deutlich vor Annexionsplänen
zeit.de

Abschluss und Abschuss: Bei einem Waffenstillstand zwischen den russischen Angreifern und der Ukraine werden die USA die Feuerpause gemeinsam mit europäischen Partnern überwachen. Das ist abends aus Paris durchgesickert. Dort verhandelten 27 Staats- und Regierungschefs mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über den Abschluss rechtlich verbindlicher Sicherheitsgarantien. Sollte es so kommen, würden NATO-Staaten die Russische Föderation bei einem erneuten Überfall auf die Ukraine abwehren. Am Rande des Treffens verlautete, die Ukraine habe erstmals eine russische Spezialdrohne abgeschossen. Sie war mit einer tragbaren Flugabwehrrakete bestückt – bedrohlich für Kampfjets und Helikopter. Nun wird das gute Stück untersucht.
merkur.de, tagesspiegel.de

Θ STADT & LEBEN

Weiter Winter: Schnee, Glätte und Dauerfrost prägen diese Woche weiter den Norden. Für Freitag werden kräftige Schneefälle und Sturm erwartet, am Sonnabend droht sogar gebietsweise gefrierender Regen. Meteorologe Frank Böttcher empfiehlt Erledigungen bis Donnerstag vorzuziehen. Die Temperaturen sinken bis minus zwölf Grad, was Straßen, Schienen und Weichen stark beeinträchtigen kann. Autofahrten und Bahnverkehr dürften nur eingeschränkt möglich sein. Parks und Einrichtungen in Hamburg wie Planten un Blomen und das Wildgehege Klövensteen wurden wegen Schneebruchgefahr bereits geschlossen. Es wird auch vor dem Betreten von Wäldern abgeraten.
ndr.de

Terminhinweis
DER FALL BLOCK – Der erfolgreiche Analyse-Podcast kommt auf die Bühne
Seit Monaten liefern der freie Journalist Michael Maske und Spiegel-Redakteur Christopher Piltz eine außergewöhnlich präzise und unaufgeregte Einordnung des Prozessgeschehens rund um den „Fall Block“. In mittlerweile 32 Podcast-Folgen analysieren sie Woche für Woche die Abläufe im Gerichtssaal: faktennah, ohne Häme und konsequent frei von Effekthascherei. Ihr Ansatz ist bewusst nüchtern und gerade deshalb von großer Wirkung. Sie erklären, was sich feststellen lässt, und markieren klar, wo Grenzen der Erkenntnis liegen. Erstmalig und einmalig am 8. März 2026 im Ernst Deutsch Theater.
ernst-deutsch-theater.de

Restaurant-Tipp – Europäische Küche in Eimsbüttel: Gediegen, klassisch, fast aus der Zeit gefallen: Das Charmant überrascht mit konservativem Ambiente und einer breit gefächerten Karte zwischen Wiener Schnitzel, Pizza und Fischgerichten. Handwerklich sauber gekocht, Kein Trendrestaurant – aber solide Küche mit nostalgischem Charme.
genussguide-hamburg.com

Tastenzauber: „Nach der zweiten Zugabe steht der Saal Kopf“, konstatierte das Abendblatt nach Hayato Suminos fulminantem Debüt im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Dass direkt danach die Wiedereinladung erfolgte, stand außer Frage! Und dieses Mal darf das Publikum den japanischen YouTube-Star, der dort unter dem Pseudonym »Cateen« für Furore sorgt, im Großen Saal in Empfang erleben. Er begeistert ein Millionenpublikum mit seinen einfühlsamen Eigenkompositionen und spektakulären Arrangements von Klassikern wie Ravels »Boléro«. Den Sprung in die »echte Welt«, auf die internationalen Bühnen hat er erst vor kurzer Zeit gewagt – mit riesigem Erfolg. Um 20 Uhr in der Elbphilharmonie.
elbphilharmonie.de

Θ FOFFTEIN

Alkoholland Deutschland: Hochprozentige Getränke sind in Deutschland laut europaweitem Vergleich besonders günstig. Statistiken belegen, dass die Ladenpreise für Wein, Bier und Spirituosen im Erfassungszeitraum etwa 14 Prozent unter dem EU-Durchschnitt lagen. Nur das Aperitif-Land Italien ist günstiger. Auch im „Schlucken“ sind die Deutschen gut: Ihr Alkoholkonsum geht zwar zurück, aber mit 11,2 Litern reinem Alkohol pro Jahr und Kopf konsumieren wir weiterhin nicht schlecht. Zu den EU-Ländern mit deutlich höheren Preisen gehören Finnland, Dänemark und Belgien.
aerzteblatt.de, deutschlandfunk.de (waw)

Heute ist der Tag des alten Gesteins. Wir wünschen Ihnen eine schöne Wochenmitte.

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2 thoughts on “Senat mit Salzlüge, Beschwerlicher Klimapfad, Mehr Respekt für Opfer, Weiter Winter

  1. Wem das Bußgeld droht
    Theoretisch sollte es allen drohen, die eine entsprechend bußgeldbewehrte Ordnungswidrigkeit begehen. Praktisch ausgenommen sind insbesondere Radfahrer auf den Gehwegen und Hauseigentümer, die ihrer Pflicht zum Schneeräumen nicht nachkommen. Letztere sollen nun von der Ausnahme ausgenommen werden. Was für eine unverschämte Drohung. Wie sehr wird sich das Tagesjournal aufregen, wenn auch Erstere wieder mit Bußgeld zur Ordnung gerufen werden sollen?

  2. Doch die Wahrheit gesagt
    Wenn Frau Fegebank, gefragt nach dem Sinn einer Maßnahme, eine das Für und Wider abwägende Antwort gibt, hat sie – anders als der Tagesjournal-Kommentartor behauptet – die Wahrheit gesagt. Jedenfalls war die beschriebene Ausgangssituation nicht so, dass die Umweltsenatorin gefragt wurde, ob es eine Ausnahme vom Streusalzverbot gebe. Ob die Zweite Bürgermeisterin mehr hätte sagen können oder gar sollen, wäre eine berechtigte Frage. Andererseits: Gehört das präzise Fragen nicht auch zur Aufgabe der Journalisten? Und wenn nicht das präzise Fragen, dann zumindest aber das präzise Lesen, bzw. Verstehen.

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