Söder, Geopolitik, Olympia – „Informationsfreiheit weiter auf Kurs“, Die Liberalen, Mersey trifft Elbe

Guten Morgen: Sehr guter Deal. ***

Θ HAMBURG

Söder, Geopolitik, Olympia: Das war der gemeinsame Nenner der drei Reden beim Neujahrsempfang des UV Nord. Präsident Philipp Murmann begrüßte dazu 650 Gäste im Hotel Atlantic. Die beiden weiteren Redner waren traditionell Bürgermeister Peter Tschentscher und der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther. Bayerns Ministerpräsident Söder musste sich wegen der Nordstaat-Debatte und seiner imperialistischen Sicht auf Helgoland Kritik gefallen lassen. Der Imperialismus bereitet den dreien auch in der Weltpolitik Sorgen. Die Verwerfungen der Weltordnung erforderten ein starkes Europa. Schließlich bildete das Bemühen um die Olympischen und Paralympischen Spiele die positive Klammer von Wirtschaft, Hamburg und Schleswig-Holstein. Segelrevier-Anbieter  Günther hätte am liebsten Hamburg als Partner. Er hofft wie Tschentscher und Murmann auf ein starkes Votum Hamburgs für die Spiele.
Adlerauge, ndr.de

Wir wollen und können Olympia.
UVNord-Präsident Murmann hat Investitionen in die Infrastruktur, internationale Bekanntheit und Gold für den Zusammenhalt der Gesellschaft im Blick.

„Informationsfreiheit weiter auf Kurs“: Der neue nun Transparenzbericht genannte Arbeitsnachweis des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Thomas Fuchs zeigt, dass das Interesse der HamburgerInnen an Informationen über städtische Vorgänge hoch bleibt. Hier hilft das neue Lobbyregistergesetz, das mehr Einblick in politische Einflussnahme ermöglichen soll. Insgesamt nehmen Hamburger Behörden die Transparenz ernst. Gleichzeitig gibt es Fälle ungerechtfertigter Auskunftsverweigerung, etwa zum Teilverkauf der HHLA an die Reederei MSC oder zur Gästeliste des Matthiae-Mahl. Je politisch sensibler ein Thema, desto höher scheinen die Hürden für Antragstellende, mahnt Fuchs.
welt.de, abendblatt.de, datenschutz-hamburg.de (Bericht)

Auf Seite der Behörden kann sich gerne noch eine größere Bereitschaft zu mehr Offenheit und Transparenz entwickeln.
Datenschützer Fuchs will auch entscheidungsrelevante Kommunikation per Chat oder Mail „verakten“. Nach Bürokratieabbau bei der Lieferkette städtischer Informationen klingt das nicht.

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Die Liberalen: Der morbide Hang zur Selbstzerfleischung bleibt den Elbliberalen inhärent. Die gebeutelte Partei ist nicht im Bundestag und nicht in der Bürgerschaft vertreten. Das hat auch finanzielle Folgen, wie eine an die Bild durchgesteckte Information zeigt. Der Hamburger Landesverband sei spätestens 2028 pleite. Mit der Angelegenheit sieht sich der noch recht neue Landesvorsitzende Finn Ole Ritter konfrontiert, der die Parteistrukturen für die außerparlamentarische Opposition anpassen muss. Wenn er es positiv sieht, steigt seine Bekanntheit am Donnerstag enorm. Die Bild hat Ritter zum Verlierer des Tages auf der Seite eins gekürt.
bild.de

U2 fährt wieder: Ein Zug der U2 war am Dienstagabend ohne Fahrgäste nahe der Haltestelle Billstedt teilweise entgleist. Ursache war offenbar zu hohe Geschwindigkeit im Kehrgleis, der Zug prallte gegen einen Prellbock. Ein weiterer Zug musste nach Stromabschaltung evakuiert werden, 172 Fahrgäste wurden per Bus weiterbefördert. Der Zugverkehr zwischen Billstedt und Mümmelmannsberg wurde am Mittwoch eingestellt, da die Bergung und Untersuchungen andauerten. Ab Donnerstagmorgen soll die Strecke wieder frei sein.
ndr.de

Wetter heute: Wechselnd bewölkt bei minus vier bis null Grad wetter.net

Θ ZAHL DES TAGES

26,2 Minuten brauchten Hamburger Autofahrer 2025 durchschnittlich für zehn Kilometer; rund 40 Sekunden mehr als im Vorjahr. Hamburg liegt damit auf Platz vier von 29 untersuchten deutschen Städten hinter Frankfurt, Berlin und Leipzig. Der Index zeigt große Unterschiede: Werktags um 8 Uhr dauert die Strecke 29,3 Minuten, am Wochenende nur 20,2 Minuten. Am langsamsten ist der Verkehr werktags um 16 Uhr mit 30,7 Minuten. Nach einer anderen Untersuchung standen Autofahrer in Hamburg 2025 im Schnitt 46 Stunden im Stau, Platz acht bundesweit.
ndr.de, abendblatt.de

Europa und Amerika – von Wolf Achim Wiegand

Sehr guter Deal„: Die vergangene Nacht beim Weltwirtschaftsforum war kurz. Dafür sorgte der Hauptakteur US-Präsident Donald Trump. Nachdem er in einer wirren 70-minütigen Rede „unverzügliche Verhandlungen“ über die Zukunft Grönlands wiederholt und militärische Gewalt zur Annexion ausgeschlossen hatte, kamen seine Volten. Nach einem Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte kündigte der Republikaner plötzlich an, die zuvor angedrohten Strafzölle gegen europäische Staaten nicht umsetzen zu wollen. Er habe mit Rutte einen „Rahmen“ für weitere Gespräche über Grönland und die Arktis vereinbart. Das löste an den Finanzmärkten Erleichterung aus. Dennoch waren erste politische Reaktionen verhalten – Die Souveränität Grönlands sei nicht verhandelbar, hieß es in Davos.
tagesschau.de, morgenpost.de

Adios, Südamerika!: Als Rückschlag für mehr EU-Unabhängigkeit von den USA, Russland und China werten Analysten das Votum des EU-Parlaments, den Mercosur-Freihandelspakt vorerst zu stoppen. Die seit 26 Jahren verhandelte Zollfreizone war vor einer Woche von den beteiligten Regierungen gebilligt worden. Nun drohen jahrelanger Rechtsstreit oder das Aus für Vorzugshandel zwischen 700 Millionen Menschen. Die Entscheidung fiel knapp durch Stimmen der extremen Rechten, Grünen und Linken. Ex-Außenpolitiker Michael Roth (SPD) warnt, wer Mercosur juristisch blockiere, verkenne den Ernst der Lage. Der frühere Grünen-Europapolitiker Jürgen Trittin spricht von „Orientierungslosigkeit“ eigener Reihen, die rechten Bauernlobbys und Anti-Europäern nutze.
x.MiRo_SPD x.JTrittin, x.KubickiWo

Heute knallen die Sektkorken leider nur in Mar-a-Lago, Moskau und Peking.
Die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank ist über die Verzögerung beim Mercosur-Freihandelspakt verärgert.

– Meinung –
Ein schwarzer Morgen: In was für einem Europa sind wir heute aufgewacht? Die EU wirkt seit gestern wie ein in sich zusammengesackter Schneehaufen. Während Trump in Davos kalt wie ein Eisblock nationalistische Machtpolitik predigte, tropfte Europa lauwarm vor sich hin. Und das, obwohl der US-Präsident die NATO faktisch für überflüssig erklärt hat. Indessen hat eine Hufeisenkoalition im EU-Parlament den Mercosur-Deal gekillt. Damit sägte sich eine unselige Koalition von extrem links über beseelt grün bis weit nach rechts fast zeitgleich zur Schandrede Trumps selbst ein wichtiges Standbein ab. Konsequenz: Weniger Handel, weniger EU-Einfluss, weniger strategische Unabhängigkeit. Trump hat Muskeln gezeigt, Europa seine Schwäche. Wir leben in einem Europa der Selbstverzwergung!
european.expert

Θ STADT & LEBEN

Mersey trifft Elbe: Die Liverpool City Region ist in diesem Jahr Länderpartner beim Hafengeburtstag. Die Region stehe für kulturelle Vielfalt, maritime Geschichte und Innovation und bringe britisches Flair nach Hamburg wurde erklärt. Besucher können beim Liverpool City Region Festival Musik, Kulinarik und Lebensart Großbritanniens erleben. Liverpool ist weltbekannt als Heimat der Beatles und der Fußballbegeisterung Zudem gilt die Region als Innovationszentrum etwa für Künstliche Intelligenz, Materialchemie, Klimaneutralität und maritime Technologien. Der 837. Hafengeburtstag findet vom 8. bis 10. Mai statt.
welt.de, abendblatt.de

Terminhinweis
DER FALL BLOCK – Der erfolgreiche Analyse-Podcast kommt auf die Bühne
Seit Monaten liefern der freie Journalist Michael Maske und Spiegel-Redakteur Christopher Piltz eine außergewöhnlich präzise und unaufgeregte Einordnung des Prozessgeschehens rund um den „Fall Block“. In mittlerweile 32 Podcast-Folgen analysieren sie Woche für Woche die Abläufe im Gerichtssaal: faktennah, ohne Häme und konsequent frei von Effekthascherei. Ihr Ansatz ist bewusst nüchtern und gerade deshalb von großer Wirkung. Sie erklären, was sich feststellen lässt, und markieren klar, wo Grenzen der Erkenntnis liegen. Erstmalig und einmalig am 8. März 2026 im Ernst Deutsch Theater.
ernst-deutsch-theater.de

Restaurant-Tipp – Fast Food am Grindel: Manchmal muss es Futter für die Seele sein. Bei vielen stehen Burger, Pommes, Schnitzel und Gyros in Sachen Comfort Food ganz hoch im Kurs – und genau das gibt es in rein pflanzlicher Form bei Apple & Eve. Das vegane Restaurant hat sich zum Fast-Food-Hotspot entwickelt.
genussguide-hamburg.com

Swing Forever: Unter der Leitung von Uli Plettendorff erwartet das Publikum ein Konzerterlebnis, das ganz im Zeichen des Swing steht. Mit Klassikern wie „Chattanooga Choo Choo”, „Tuxedo Junction” und natürlich „In The Mood” sorgt das Glenn Miller Orchestra für authentischen Big-Band-Sound und eine Atmosphäre, die zum Mitwippen, Mitswingen oder auch zum Tanzen einlädt. Um 20 Uhr in der Laeiszhalle.
szene-hamburg.com

Θ FOFFTEIN

Tradition wird nicht wiederkommen: Im Hamburger Fernsehturm wird es künftig kein Dreh-Restaurant mehr geben. Kultursenator Carsten Brosda erklärte, dass der schwere stählerne Drehring aus statischen Gründen ausgebaut werden muss. Die Bürgerschaft soll im Februar die 20 Millionen Euro teure Sanierung für Hamburg beschließen; der Bund übernimmt die andere Hälfte. Laut Brosda sind die Umbauten für private Investoren nicht tragbar, der öffentliche Zugang sei politisch gewollt. Eine Wiedereröffnung wird um 2031 erwartet.
ndr.de

Heute ist der deutsch-französische Tag. Wir wünschen Ihnen einen schönen Jeudi.

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